Warum der Ort eine Rolle spielt
Das meiste an meiner Arbeit lässt sich aus der Ferne erledigen, und für Kunden außerhalb der Region mache ich das auch so. Trotzdem ist der kurze Weg innerhalb von Karlsruhe mehr wert, als er auf den ersten Blick klingt.
Der erste Termin vor Ort spart die meiste Zeit. Wenn ich eine Stunde danebenstehe und zusehe, wie eine Anfrage tatsächlich durch den Betrieb läuft, verstehe ich das Problem besser als nach drei Telefonaten. Der gelebte Ablauf weicht fast immer von dem ab, den jemand am Telefon beschreibt. Genau in dieser Lücke steckt die Zeit, die jede Woche verloren geht.
Bei der Übergabe hilft Anwesenheit. Neue Abläufe scheitern selten an der Technik. Sie scheitern daran, dass niemand sie den Leuten erklärt hat, die ab Montag damit arbeiten sollen. Eine Einweisung im selben Raum kommt anders an als eine Videokonferenz, bei der die Hälfte nebenbei E-Mails liest.
Und wenn etwas klemmt, bin ich in zwanzig Minuten da. Nötig ist das selten. Aber allein die Möglichkeit verändert, wie ruhig man in eine Umstellung hineingeht.
Karlsruhe ist dafür ein guter Ort. Auf der einen Seite das KIT, das FZI, das Cyberforum und eine für die Stadtgröße ungewöhnliche Dichte an Technologieunternehmen. Auf der anderen Seite die mittelständischen Betriebe in Karlsruhe und der Region, die von dieser Nähe bisher wenig gemerkt haben. Zwischen den beiden Seiten passiert erstaunlich wenig, und genau dort arbeite ich seit Jahren.